„Mein erstes Ramadan damals- Es geht ums Fasten, aber wieso dreht sich alles nur um das Essen?

In meinem ersten Jahr als Muslima, hatte ich händeringend nach einem Buch gesucht, was mir beim Ramadan hilft. Leider war damals meine Suche nicht sonderlich erfolgreich. Ich wollte nicht nur eine Einführung zum Thema Ramadan, die erläutert wie der Ramadan funktioniert und welche Vorgaben es dazu gibt. Viel mehr wollte ich ein Buch, was mich bei meinem ersten Versuch ein bisschen an die Hand nimmt, mir Mut zuspricht und vielleicht ein paar nützliche Tipps gibt. Ein Buch was mir nicht nur die Verbote und Gebote erklärt, sondern auch den Sinn dahinter. Und das Ganze in einer einfachen Erklärung, die nicht abschreckend ist, immerhin war ich noch nicht lange Muslima.

Natürlich habe ich so ein Buch nicht gefunden, denn all diese Anforderungen waren schon ziemlich speziell und ich stürzte mich ziemlich planlos in meinen ersten Ramadan. Die „Funktionsweise“ von Ramadan hatte ich natürlich verstanden, aber was mir fehlte, war eine Anleitung, wie man das ganze ohne Erfahrungen umsetzt, dabei nicht aufgibt und neben dem Fasten auch seine Verbindung zu Allah stärkt. Irgendwie schienen die meisten Muslime, ihre volle Konzentration auf das Thema Essen zu legen und dem Rest keine große Bedeutung beizumessen.

Ramadan- Ein Monat des Fastens, nicht des Fastenbrechens.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich genau diese Art von Erklärungen, die ich damals gesucht hatte, in einem Buch entdeckt habe. Es ist das Buch von Nureddin Yildiz: Ramadan- Ein Monat des Fastens, nicht des Fastenbrechens.

Wie sehr hätte ich mir dieses Buch gleich in meinem ersten Ramadan gewünscht.

Der Autor vermittelt den Islam in einer ganz leichten, herzlichen Weise. Man merkt dass er sich mit Pädagogik beschäftigt hat und in der islamischen Jugendarbeit tätig ist, denn dieses Buch hat etwas, was vielen islamischen Büchern fehlt: Einfühlungsvermögen. Es schafft Grundkonzepte auf ganz einfache Art zu erklären und gleichzeitig zu motivieren diese Konzepte umzusetzen. Anstatt wie das in einigen Büchern üblich ist, zu drohen, mit Schachtelsätzen zu verwirren oder den Leser mit Fakten zu erschlagen, ist hier jeder Absatz in seiner Wirkung überlegt.

Schon oft hat es mich geärgert, dass viele tolle Bücher, die wirklich tolle Inhalte haben, leider durch ihre Art, die Leser unter Druck setzen oder durch zu komplizierte Erklärungen eher abschrecken. Ich weiß noch ganz genau, wie mich das zum Anfang verunsichert hat.

Zudem glänzt das Buch in seiner Aufmachung und der Art der Wissensvermittlung. Es ist wirklich schön gestaltet. Es gibt Aufzählungen, türkise Kästchen, die noch mal die wichtigsten Infos enthalten und natürlich auch Koranzitate. Wichtige Informationen sind auch immer fett hervorgehoben. So macht das Lernen sicher auch Personen Spaß, die noch etwas jünger sind, oder sonst nicht so viel lesen.

Ein idealer Ramadan

Besonders schön finde ich, dass das Buch auf die heutigen Probleme im Ramadan und beim Fasten eingeht. Es beschreibt häufige Fehler und appelliert besonders an unsere Einstellung zum Ramadan und zum Islam. Es scheut sich nicht der Auseinandersetzung mit der heutigen Situation der Muslime. Das Buch motiviert uns, mehr den Islam zu praktizieren. Es eignet sich auch wunderbar für Muslime, die vielleicht wenig praktizieren und eine Möglichkeit suchen, sich zu verbessern. Der Ramadan ist dafür doch die perfekte Gelegenheit.

Richtig toll fand ich, wie schön und leicht erklärt wird, dass der Sinn des Ramadans nicht im Fastenbrechen liegt. Darauf weist ja bereits der Titel des Buches hin. Doch anstatt nur aufzuzählen, was man außer dem Fasten noch tun kann, hat man hier das Gefühl, tatsächlich eine Art Anleitung zu haben, wie man sich Schritt für Schritt verbessern kann und gleichzeitig seinen Iman stärken kann.

Es wird zum Beispiel gezeigt, wie ein idealer Tag im Ramadan aussehen könnte. Es wird erklärt was der Unterschied zwischen einem nützlichen Ramadan und einem nicht-nützlichen Ramadan ist. Wir erfahren, wie wir uns vorbereiten können und wie wir auch nach dem Ramadan weiterhin unser Leben im Einklang mit dem Islam gestalten.

„Anstatt zu versuchen, den Islam in den Ramadan zu quetschen und die taqwa in die Qadr-Nacht, wie wäre es damit, ein Leben zu führen, das dem Ramadan gleicht?“ (Nureddin Yildiz: Ramadan- Ein Monat des Fastens, nicht des Fastenbrechens, Seite 76.)

Im letzten Kapitel geht der Autor auch ausführlich auf unsere gesellschaftlichen Probleme ein, dass der Ramadan auch in muslimischen Ländern zu einer Art Volksfest gemacht wird, was mit dem Islam leider oft nur wenig zu tun hat. Er kritisiert dabei besonders die modernen Veranstaltungen mit Musik und Tanz, geht aber auch auf andere Probleme ein, wie das Ausnutzen des Ramadans für politische Zwecke oder um Augendienerei zu betreiben.

Fazit

Dieses Buch ist nicht nur hilfreich um Informationen über den Ramadan zu lernen, sondern setzt inshallah die Wurzeln für einen stärkeren Iman. Es gibt uns mehr Motivation den Islam zu praktizieren, an unserem Charakter zu arbeiten und Wissen aufzubauen. Und letztendlich ist es doch genau das, zu was uns der Ramadan anhält: zur Reflexion und zur Verbesserung unserer Beziehung zu Allah und zum besseren Praktizieren des Islams.

Große Empfehlung für alle Muslime, die das erste Mal den Ramadan erleben bzw. ihn das erste Mal intensiv erleben wollen. Das Buch ist auch für Jugendliche geeignet und natürlich alle Muslime, die ihre Beziehung zum Monat Ramadan intensivieren wollen.

Mit 150 Seiten ist das Buch auch nicht zu dick. Damit werden sicher auch Leute ihre Freude haben, die sonst nicht so gerne Lesen. Das Buch ist vielleicht nicht dick, doch der Nutzen ist inshallah groß. Ich hoffe dass viele Muslime dadurch motiviert werden, die Gottesfürchtigkeit auch außerhalb des Ramadans zu stärken.

Ich werde das Buch sicher noch öfter lesen, inshallah gleich am Anfang des Ramadans nochmal um meine Motivation wieder aufzufrischen. Am Nützlichsten fand ich die Kapitel, wo erwähnt wird, wie ein idealer Tag im Ramadan aussehen könnte.“

Link zur Rezension

„Es ist nicht das erste Buch, das ich ausschließlich zum Thema „Ramadan“ gelesen habe, wohl aber das beste bisher.

Nun schreibe ich diese Rezension an einem Tag, an dem die guten Vorsätze quasi bis zum Himmel reichen, wenn die meisten Nichtmuslime sich vornehmen, etwas zu tun, für das es bisher irgendwie nicht ausreichte. Und seien wir ehrlich, uns Muslimen geht es unmittelbar nach dem Ende des segenreichen Monats Ramadan doch genauso. Im Ramadan merkt man, es ist genug Zeit für die freiwilligen Nachgebete, für das konzentrierte Qur’an-Lesen und -Lernen, man schafft es ohne Probleme zu fasten, es klappt uneingeschränkt mit der Disziplin und man nimmt sich vor, das weiter beizubehalten. In der ersten Zeit geht das gut, doch nach und nach schleichen sich wieder die alten Gewohnheiten ein und kurz vorm nächsten Ramadan beginnt man hastig, die versäumten Tage nachzuholen und sich wieder physisch auf den Ramadan vorzubereiten. Es könnte ja soviel einfacher sein!

„Anstatt zu versuchen, den Islam in den Ramadan zu quetschen und die taqwa in die Qadr-Nacht, wie wäre es damit, ein Leben zu führen, das dem Ramadan gleicht?“

Dieses Buch regt zum Nachdenken (und Nachmachen) ein: es lädt den Gläubigen zur Reflexion, zur Vor- und Nachbereitung seines eigenen Fastenmonats ein, bindet die Grundlagen des Fiqh mit ein, sodass man auch gleichzeitig ein Nachschlagewerk zur Verfügung hat. Selbst das Fiqh für Frauen wurde bedacht, zumal das jedes Jahr aufs Neue zur Fragenexplosion in den sozialen Netzwerken führt.

Interessanterweise gibt es noch ein Kapitel speziell für die Schwestern, das sich ausschließlich damit beschäftigt, dass Frauen ihre häuslichen Tätigkeiten – das schließt insbesondere das Kochen und die Vorbereitungen für das Iftar ein! – einschränken sollen, um ihre religiösen Pflichten dem Ramadan anzupassen. Das lockte zunächst ein Stirnrunzeln bei mir hervor, bei näherem Hinschauen allerdings ist bei vielen Familien ein Wettkochen und Auftischen gerade im Ramadan zugange und der Autor spricht mir geradezu aus der Seele, wenn er anprangert, dass im Ramadan angesichts der zwei Mahlzeiten, die nicht üppig ausfallen sollen, die Geschäfte eigentlich eher ein Absatzproblem haben müssten. In der Praxis sieht das ganz anders aus.

Summa summarum: Dieses Buch ist sehr empfehlenswert für den Ramadan, vor dem Ramadan und nach dem Ramadan. Ich habe für mich sehr viel mitgenommen.“

Link:

Rezension „Ramadan – Ein Monat des Fastens, nicht des Fastenbrechens“

„Vor mir liegt ein Taschenbuch mit 140 Seiten. Wenn ich die Vorderseite des Covers berühre, dann kann ich die Buchstaben fühlen von dem gesamten Buchtitel. Es ist ein leichtes Buch, das einlädt, es sich nicht nur anzuschauen, sondern auch zu lesen. Innerhalb des Buches gibt es immer wieder in grün hervorgehobene Textstellen, die ein Bekenntnis der Liebe des Autors zum Propheten Muhammad, Friede und Segen seien mit ihn, verkünden.
Man hat das Gefühl, dieses Buch würde ein Begleiter sein von Anfang bis zum Ende des Monats Ramadan. Der erste Tag des Fastens beginnt wie jeder Tag mit der Absicht dazu. Der Autor ermutigt den Leser immer wieder dazu, sich die Zeit zu nehmen den Monat Ramadan wirklich als ein Gottesdienst zu sehen und möglichst oft sich mit dem Quranlesen, des Zuhörens und des Auswendiglernens zu beschäftigen. Wichtig ist auch die Zeit des Fasten zum Gebet und dem Gedenken an Gott zu verwenden.
Der Autor betont die Wichtigkeit des guten Benehmens und der Enthaltsamkeit des Triebes. Nureddin Yildiz, der Autor dieses Buches, erklärt, dass die Zeit des Fastens nicht beinhaltet den Iftar reichhaltig werden zu lassen, sondern eher den Suhur, als erste Mahlzeit vor dem Beginn des Fastens. Auch informiert er sehr entspannt die Regeln des Fastens. Das Wichtigste jedoch, was mich besonders ansprach, ist der Frau mit einem eigenen Kapitel einebesondere Wertschätzung entgegen zu bringen.
Nureddin Yildiz betont vier Dinge ausdrücklich: Das ist die Verpflichtung des lebenslangen Strebens nach Wissen, die Gottesdienste, die Geduld und die Gemeinschaft. Ich fühle mich in dem Buch sehr getragen und liebevoll aufgenommen und auch ermutigt, den Monat Ramadan nicht als einen Monat zu sehen, in dem ich auf Essen und Trinken verzichte, sondern, dass der Monat für mich eine absolute Gewissheit bildet, jeden Moment, besonders das Tarawih-Gebet und die Zeit des Itikaf, zu genießen und mich dabei nicht ablenken zu lassen von den Freuden des täglichen Lebens.“

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